Grundschule Auerbach

 

Grundschule Auerbach - Foto: René MetzlerGrundschule Auerbach - Foto: René Metzler-Am 6. August 2010 fand die Einweihungsfeier der neuen Grundschule statt. In der Einladung war zu lesen "Wir haben alle guten Grund uns über das Geschaffene zu freuen. Jeder hat im Rahmen seiner Möglichkeiten seinen Beitrag geleistet, so dass mit Beginn des neuen Schuljahres der Start der Grundschule in den neuen Räumen der Hauptstraße 87a vollzogen werden kann. Diese Einladung soll vor allem einen besonderen Dank für die Mitarbeit an diesem GrundschulProjekt ausdrücken." Als Vertreter des Bürgermeisters wendete sich Dr. J. vom Scheidt in einer Begrüßungsrede mit den im Folgenden wiedergegebenen Gedanken an die Gäste.

Auf der Einladung steht eine so oder ähnlich zu formulierende Binsenweisheit, die für jede funktionierende Gemeinde gelten sollte

Kindergarten - Tagesmütter - Hort - Grundschule - Mittelschule: Es wird sich immer lohnen für unsere Kinder etwas zu tun!

Wir mussten und haben gemeinsam hier in Auerbach etwas getan, nicht weil unsere Schulen - wie in einigen Kommunen leider dies der Fall ist - zu wenige sondern zu viele Schüler haben. Die neu entstandene Grundschule hier in diesem Gebäude entstand tatsächlich - wie auf der Einladung gewissermaßen als Motto vermerkt - als ein etwas ungewöhnliches Projekt, das Dank vieler Hände und Köpfe realisiert werden konnte.

Ich darf Sie oder Euch alle in Vertretung des Bürgermeisters und in meinem Namen zu dieser Veranstaltung ganz herzlich begrüßen. Das Wort "Einweihungsfeier" steht nur als formale Bezeichnung für das, was wir heute hier machen wollen. Der eigentliche Sinn der ausgesprochenen Einladung ist, den besonderen Dank für die großen aber auch kleinen Beiträge zum Zustandekommen dieses neuen Grundschulprojektes auszusprechen.

Die neue Grundschule ist hier in der "Hauptstraße 87a" - wie die profane Straßenbezeichnung lautet - entstanden. So ganz sicher bin ich mir gar nicht, ob auch jeder in Auerbach unter dieser Adressenangabe die Grundschule finden wird. Besser beschreibt den Ort der Grundschule wohl die Angabe "Kurth-Fabrik" oder "Berufsschule". Ob jeder irgendwann einmal mit der alleinigen Angabe von "Grundschule" etwas anfangen kann und dann zur "Kurth-Fabrik" oder "Berufsschule" geht, ist sicher nicht wichtig und deshalb können wir dies getrost auch der Zukunft überlassen. Jedenfalls ist die Auerbacher Grundschule jetzt hier in diesem Gebäude.

Da ich kein geborener Auerbacher bin und andererseits auch noch nicht das entsprechende Alter habe, musste ich zur Entstehungsgeschichte dieses Gebäudes mit Hilfe unsere Buchreihe zur Auerbacher Geschichte einige ‚Literaturstudien' betreiben.

Das Gebäude wurde 1913 gebaut als Fabrikerweiterung der Firma Gotthilf Kurth, die in diesem Jahr - also 1913 - 166 Arbeiter und in Heimarbeit 80 Arbeiter beschäftigte. 80 % des Umsatzes wurden in die ganze Welt exportiert. Deutschland hat heute als Exportland nachgezogen - Auerbach war es schon vor nahezu 100 Jahren.

Seit dem 1. September 1955 wurde dieses Gebäude als Berufsschule von Esda zur Ausbildung für Flachkulierwirker, Feinstrumpffacharbeiter, Stricker und später für den Ausbildungsberuf ‚Facharbeiter für Textiltechnik' genutzt. 1965 wurde die Berufsausbildung mit Abitur, 1966 die Ausbildung als Facharbeiter für BMSR-Technik (Betriebs, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik) und 1973 als Instandhaltungsmechaniker aufgenommen. In den Jahren 1949 bis 1990 schlossen hier 6547 junge Menschen ihre Ausbildung ab.

Obwohl viele von uns bei der Umstrukturierung der bisherigen Betriebsberufsschule zu einer durch die Gemeinde betriebenen Berufsschule am 1. September 1990 dabei waren, fällt es heute 20 Jahre danach zumindest mir doch recht schwer, sich daran noch ausreichend zu erinnern. Die für eine Gemeinde recht unübliche Tätigkeit der Betreibung einer Berufsschule wurde im Grunde genommen nur notgedrungen zur Erhaltung der Arbeitsplätze der Ausbilder und der Ausbildungsmöglichkeiten nach der Wende 1989/90 von dieser übernommen. Mit der Gründung der ABZ-GmbH (Auerbacher BildungsZentrum) am 7. Januar 1993 übernahm dieses Unternehmen die Berufsausbildung. Die Überführung dieser Ausbildung in das private Unternehmen ABZ hatte aber leider auf Dauer weniger Erfolg, denn die Nachfrage für eine solche Ausbildung ließ bald zu wünschen übrig. Ende 1996 musste die Berufsausbildung in Auerbach eingestellt werden und der Weg des ABZ in die Insolvenz war vorgezeichnet.

Die Gemeinde hatte in der Zwischenzeit die Esda-Siedlung von der Treuhand-Gesellschaft für 1,8 Millionen DM gekauft, um Unheil von den Mietern fernzuhalten. Intensive Verhandlungen zum Kaufpreis führten leider zu keinem Erfolg und andere ins Auge gefassten Möglichkeiten, den Mietern einen längerfristigen gesicherten Verbleib in ihren Wohnungen zu schaffen, schlugen fehl. Aus wirtschaftlicher Sicht ist für ein privates Unternehmen ein solcher Kauf ganz sicher nicht zu vertreten. Man musste nach dem Kauf der Esda-Siedlung aber bald einsehen, dass eine Gemeinde kein effektives Wohnungsunternehmen sein kann und so kam die Idee auf, die ABZ-GmbH, deren Insolvenz noch nicht vollständig vollzogen war, in die Auerbacher-Wohnungsgesellschaft mbH, kurz WGA, mit der neuen Geschäftsidee der Wohnungsverwaltung überzuführen. So startete die WGA mit den 50.000 DM Stammkapital der ABZ-GmbH und mit den von der Gemeinde aus dem Kauf der Esda-Siedlung übernommenen Schulden am 1. September 1997 kurz nach unserer 550-Jahresfeier hier in diesem Gebäude ihre Existenz. Die Miete für die Geschäftsräume der WGA an die Gemeinde betrug zu diesem Zeitpunkt 360 DM zuzüglich 40 DM für die Betriebskosten. Mit dem 1. Juli 2000 übertrug dann die Gemeinde dieses Gebäude mit der Adresse Hauptstraße 87a an die WGA. Sowohl die Gemeinde als auch die WGA haben beträchtliche finanzielle Mittel in den heutigen Zustand dieses Gebäude investiert. Die ersten Instandhaltungsmaßnahmen wurden 2001 im Wertumfang von etwa 200.000 DM in Form des Außenputzes der Vorderfront vollzogen. Heute hat das Gebäude seine doch für uns endgültige sehr sinnvolle Nutzung gefunden, die im Sinne einer Ortsentwicklung nicht besser sein könnte.

Dies zum Gebäude in der Hauptstraße 87a der Auerbacher "Kurth-Fabrik" oder "Berufsschule", das bald die ortsübliche neue Bezeichnung "Grundschule" haben könnte. Aber waren die Anstrengungen der letzten Monate mit dem Umzug der Grundschule eigentlich gerechtfertigt und notwendig? Haben wir in Auerbach denn nicht schon einmal eine Grundschule in der Oberen Schulstraße 7 gebaut?

Zur Beantwortung dieser Fragen muss man auf das Jahr 1992 zurückgehen. Nach zweijährigem Hin und Her seit 1990 erteilte im Juni 1992 die Schulverwaltung die Genehmigung zur Errichtung einer dreizügigen Mittelschule und einer Grundschule am Standort Auerbach. Die Mittelschule unterrichtete zu diesem Zeitpunkt in den beiden Standorten Auerbach und Hormersdorf, da die Raumkapazität allein in Auerbach nicht ausreichte. Doch bald erging von der Schulverwaltung die Beauflagung, dass - wie in dem Schreiben zu lesen war - "in den nächsten Jahren optimale Bedingungen anzustreben sind (Bauauflage), die gewährleisten, dass der Unterricht unter einem Dach erfolgen kann, d.h., dass das Stammgebäude so erweitert wird, dass alle Mittelschüler darin unterrichtet werden können". Im Ergebnis entstand 1996 ein Erweiterungsbau mit 8 Klassenzimmern, der von der Grundschule und der Mittelschule in den Folgejahren gemeinsam genutzt wurde. Dieser Erweiterungsbau kostete der Gemeinde etwa 1,4 Millionen DM und musste leider ohne Fördermittel finanziert werden.

Doch bald wurden die Karten der Mittelschullandschaft im Landkreis Stollberg neu gemischt. Es schließen sich Jahre der heftigsten Diskussionen um den Erhalt der Mittelschule in Auerbach an. Auch durch den zeitweise bestehenden Schulzweckverband mit Gornsdorf und Thalheim konnte schließlich erreicht werden, dass die Mittelschule langfristig Bestand haben sollte. Betrugen die Schülerzahlen für die 5. Klassen zunächst um die geforderte Zahl von 40 Kindern, so stiegen sie bald auf eine Zahl, die dreizügige 5. Klassen notwendig machten. Die gute Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Mittelschule bei der Verteilung von Klassenräumen in jedem Jahr ließen die immer prekärer werdende Situation kaum erkennen. Hinzu kommen noch Forderungen an Klassenräumen durch Veränderungen in der Unterrichtsgestaltung. Schließlich mussten im Herbst 2008 alle Beteiligten zu der Erkenntnis kommen - für Grund- und Mittelschule ist ab 2010 kein Platz mehr in der Oberen Schulstraße 7, denn zu diesem Zeitpunkt wird die Grundschule nicht aus 3 Klassen (damals war eine Klassenstufe in Gornsdorf eingeschult), sondern aus 5 Klassen bestehen. Anfängliche Überlegungen zu einem weiteren Anbau im zur Verfügung stehenden Schulgelände waren bald zerstört, denn Kredite oder eine kurzfristige Lösung über Fördermittel aus dem Schulhausbau wird es nicht geben. Die Schulbehörde wird wohl die Mittelschule in Auerbach kaum in Frage stellen, zumal nach der Schließung der Mittelschule in Jahnsbach. Da diese Behörde für einen ordnungsgemäßen Schulbetrieb verantwortlich ist, war zu befürchten, dass für die Auerbacher Grundschule eine andere Lösung gefunden werden würde.

Bald wurde klar, dass als einziger Weg die Nutzung der "Berufsschule" als Grundschule, in der bereits durch die Mittelschule unterrichtet wurde, übrig blieb. Vorsichtige Schätzungen zu den Kosten beliefen sich auf 500.000 Euro. Im Gemeindehaushalt konnte schon wegen der Eigenanteile an den Abrisskosten für die Industriebrachen - die mussten wegen der Laufzeit der Förderprogramme aufrecht erhalten werden - eine solche Summe nicht untergebracht werden und an die Genehmigung von Krediten war nicht zu denken. Ausgerechnet die Wirtschaftskrise mit dem vom Bund zur Abmilderung beschlossenen Konjunkturpakets II eröffnete einen Weg zur Finanzierung. Ein Antrag über das Konjunkturpaket II von 500.000 Euro hätte aber zur Ablehnung und dem Hinweis auf einen Antrag zu Fördermittel aus dem Schulhausbau - natürlich ohne Zusage bezüglich des Zeitpunktes der Ausreichung der Fördermittel - geführt, da im Schnitt die Kommunen mit etwa 75 Euro pro Einwohner beteiligt werden konnten. Auerbach durfte also über das Konjunkturpaket mit etwa 200.000 Euro plus Eigenanteil von 50.000 Euro rechnen. Das war aber nur die Hälfte der benötigen Mittel. Woher die andere Hälfte nehmen? Eine Kreditaufnahme durch die Gemeinde würde durch das Landratsamt nicht genehmigt werden. Es entstand die Idee, die WGA einzubeziehen. Vorsicht war aber angesagt, denn eine GmbH muss gewinnorientiert arbeiten, es darf keine verdeckte Gewinnausschüttung geben, d.h. die Gemeinde als Eigentümer der privaten WGA darf keinen unversteuerten Nutzen aus seinem Unternehmen ziehen. Schließlich wurde ein Weg gefunden, der es erlaubte, dass die WGA einen Kredit aufnimmt, der über die Miete der Grundschule von der Gemeinde ‚bezahlt' wird und darüber hinaus sich die WGA an den Arbeiten beim Umbau zur Grundschule beteiligt. So wurden über Fördermittel der Gemeinde die Gewerke Kanalarbeiten, Treppenhaussanierung, Fenster- und Türeneinbau, Heizungs-/Sanitärinstallationsarbeiten und die Ausstattung der Grundschule finanziert. Die WGA hat die Abbruch-, Rohbau- und Trockenbauarbeiten, sowie die Maler-, Fußbodenbelags-, Fliesenleger- und Elektroinstallationsarbeiten übernommen.

Die Gemeinde und die WGA nutzten die vom Arbeitsamt angebotene Förderung von Arbeitsplätzen für je zwei Stellen. Gefördert werden nur bestimmte Personen. Man konnte Pech haben und die erbrachten Leistungen der Personen stimmten nicht mit den erhofften überein - aber eben auch Glück, welches wir mit allen vier eingestellten Arbeitskräften in vollem Umfang hatten. Anders ausgedrückt, das Arbeitsamt hat den Bau unserer Grundschule mit mehr als 100.000 Euro mit unterstützt. Ein Dank ist hier wohl mehr als angebracht.

Zu einer Grundschule sollte ein Schulgelände gehören. Aber auf diesem standen abbruchreife Gebäude und die Möglichkeiten der Gemeinde diese Gebäude zu erwerben und abzureißen standen schlecht. Nach Einschaltung eines Rechtsanwaltes änderte sich das Blatt plötzlich und die Gemeinde erhielt ein Angebot für den Kauf. Es musste schnell gehandelt werden, aber eine Zusage zu Fördergeldern für den Abriss gab es nicht. Die Entscheidung zum Kauf wurde trotzdem getroffen, denn ein Schulgelände ist notwendig und zur Not muss der Abriss der Gebäude und die Gestaltung des Schulgeländes zu einem geeigneten Zeitpunkt von der Gemeinde übernommen werden. - Manchmal wird eben auch ein solches ‚Spiel' mit einem Sieg belohnt. Die Fördermittelzusage traf ein und im Nachhinein konnten wir auch mögliche Fördermittel für die Ausgestaltung des Schulhofes erhalten, dessen Fertigstellung in den nächsten Wochen zu erwarten ist.

Sicher verlief das gesamte Baugeschehen nicht jeden Tag völlig harmonisch. Es gab manche Diskussion um den richtigen Ablauf, Gelder, Termine und vieles mehr. Abstimmungen zwischen den Gewerken der Gemeinde und denen der WGA waren schon wegen der unterschiedlichen Finanztöpfe dringend gegeben. Man kommt nicht umhin, zwischen dem öffentlich-rechtlichen Charakter einer Gemeindeverwaltung und den Spielregeln einer Kapitalgesellschaft Rechnung zu tragen. Ein nicht Beachten dieser Regeln kann Existenz bedrohend sein. Trotz dieser harten Bedingungen hat man stets eine wohltuende kameradschaftliche Atmosphäre vorgefunden, in der alle Entscheidungen letztendlich getroffen wurden. Und da gab es einige, wenn man ein doch recht betagtes Gebäude in eine vom heutigen Standpunkt moderne Grundschule umbauen will.

Wenn irgendwie die finanzielle Möglichkeit bestand, so wurde nach dem Prinzip "wir bauen diese Grundschule nur einmal" entschieden. Wenn man eine Sache nur halb erledigt, so muss man sie oft dann bald ein zweites Mal richtig angehen. Im Ergebnis hat man dann auch fast das Doppelte bezahlt oder man ärgert sich stets über das Aussehen in der Folgezeit: Granitborde oder Betonborde, Türrahmen aus Holz oder Stahl, die Zeit für das Fliesen von Toiletten und Küche und vieles andere mehr.

Wenn ich den Vorgang des Grundschulbaues insgesamt von der Entstehung der Grundidee bis zur heutigen relativen Fertigstellung betrachte, so wird sich bei mir ein sicher bleibender sehr positiver Eindruck in jeder Hinsicht erhalten. Die finanzielle Belastung der Gemeinde hat sich in Grenzen gehalten und neben diesem Grundschulbau konnte ein Hauptproblem mit dem Abriss der Industriebrachen genau so weiter vorangetrieben werden. Im Prinzip wurde der Gemeindehaushalt durch diese Grundschule im Jahre 2009 mit 50.000 Euro aus dem Eigenanteil zum Konjunkturpaket II belastet. Mit dem aktuellen Haushalt des Jahres 2010 sind als Mehraufwendungen für Fenster-/Türeneinbau und Heizungs-/Sanitärinstallation weitere 30.000 Euro und für Ausstattungen von Schul-/Horträume, Küche/Speisesaal, Lehrerzimmer/Sekretariat und Arztzimmer 50.000 Euro und schließlich für die Brandschutzanlage 25.000 Euro beschlossen worden, in der Summe 105.000 Euro.

Man kann davon ausgehen, wäre der Grundschulbau nicht notwendig geworden, so hätte vielleicht die Genehmigung der Kommunalaufsicht für einen Kredit zum Zweck des Abrisses von Industriebrachen nicht wie für die 2010 genehmigten 220.000 Euro sondern eben nur auf 115.000 Euro gelautet, denn der Minderbetrag von 105.000 Euro würden dann ja nicht für die Grundschule gebraucht und könnte noch aus dem Haushalt aufgebracht werden. Sei es wie es sei, Auerbacher Eltern werden auch in Zukunft ihre Kinder in eine Auerbacher Grundschule schicken können.

Hochachtung vor denen, die einen solchen Haushalt planen müssen. Wie lassen sich denn überhaupt korrekte Beträge sachkundig bestimmen, um einen vernünftigen Haushalt dem Gemeinderat vorzulegen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es unter den Bedingungen unseres Grundschulbaues prinzipiell möglich ist, alle Eventualitäten zu planen und vorherzusehen. Da sind Nachträge im Gemeinderat einfach vorprogrammiert.

Ein kleines Beispiel aus allerjüngster Zeit. Die Sicherheitsbeleuchtung als Bestandteil der Brandschutzanlage enthält eine Batterieeinheit, die eine Beleuchtung bei einem Brand von 3 Stunden - oder 90 Minuten, ich weiß es nicht genau - sichern. Nun lassen die Batterien wie unsere Autobatterie auch in der Leistung mit der Zeit nach. Aber es ist auch daran zu denken die geforderte Beleuchtungszeit in etwa 5 Jahren zu sichern. Dies berücksichtigt die Planung einer solchen Anlage vor dem Bau. Was ist nun aber, wenn sich während des Baues die Anzahl der Lampen aus ganz objektiven Gründen erhöht, da die zunächst angenommene Leuchtkraft im Hausflur nicht ausreicht? Die Folge ist ganz einfach, die Batterien sind etwa in 5 Jahren nicht mehr die richtigen und müssen ersetzt werden. Wer trägt die Schuld und wer trifft die Entscheidung, heute gleich die Batterien zu wechseln und den Aufpreis von 500 Euro zu zahlen, oder eben das Batteriepaket in 5 Jahren durch ein neues zu ersetzten, denn dann sind Batterien vielleicht billiger durch die Entwicklungen in der Automobilindustrie. - Wir werden in den nächsten Tagen die Batterien auswechseln.

Komme ich jetzt zum wichtigsten Teil meiner Ausführungen, nämlich meinen besonderen herzlichen Dank an alle diejenigen auszudrücken, die am Entstehen dieses Grundschulbaues beigetragen haben. Ohne in der Reihenfolge auch eine Wertigkeit zu sehen danke ich dem Gemeinderat mit seiner Vielzahl an Beschlüssen, die den generellen Weg zum Bau überhaupt erst geebnet haben beziehungsweise mit Nachträgen notwendige finanzielle Änderungen ermöglichten. Ebenso wäre es ohne die Gemeindeverwaltung in keiner Weise vorangegangen, wenn sie nicht eine Unmenge an Papieren mit sinnvollen Worten und Zahlen beschrieben hätten. In diesem Zusammenhang sollte nicht vergessen werden, dass die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Fördermittelstellen die recht ehrgeizigen Ziele beim Grundschulbau und der Außenanlagen erst ermöglichten.

Natürlich möchte ich mich bei der WGA ganz herzlich bedanken für ihren vorbildlichen Einsatz bei diesem Grundschulprojekt, wohl wissend, dass viel Arbeit liegen geblieben ist und nachgeholt werden muss. Im Unternehmensnamen ist natürlich die Bezeichnung ‚Wohnungsgesellschaft' und nicht ‚Grundschulbaugesellschaft' enthalten, aber ein Ort in dem eine Grundschule fehlt wird auch bald weniger Wohnungen brauchen. Nicht unerwähnt sollten die von der WGA beschäftigten privaten Einzelunternehmer, die zu einem vergleichbaren Stundenlohn eines in der WGA Beschäftigten sehr gute Arbeit geleistet haben und dafür mit einer längerfristigen Auftragslage rechnen konnten.

Bauhof und ABM-Beschäftigte konnte man lediglich nur manchmal in den möglichen Arbeitsaufgaben von den WGA-Beschäftigten unterscheiden. Auch Ihnen ein herzlicher Dank.

Die Ausschreibung, Koordinierung und Abrechnung der Fremdfirmen, zahlreiche Abstimmungen zwischen diesen und der WGA und auch grundsätzliche Überlegungen, die natürlicherweise beim Umbau einer fast 100-jährigen Immobilie in eine moderne Grundschule auftreten, mussten von der Bauleitung bewältigt werden. Sicher war es nicht immer angenehm, in deren Haut zu stecken. Eine 2-seitige ‚Schulbaurichtlinie' mit all den notwendigen Sicherheitsbestimmungen zu lesen und neben dem ‚normalen' Baugeschehen in die Tat umzusetzen sind grundsätzlich verschiedenen Dinge. Letztendlich ist alles gut verlaufen und wir alle sind dafür sehr dankbar.

Sicherlich werden sich die Bedingungen ab dem neuen Schuljahr für die Grundschule und die Mittelschule verbessern - das war ja die Absicht des ganzen Unternehmens - aber ohne das tatkräftige Zutun der Lehrerschaft wäre es nicht so relativ reibungslos gegangen.

Mein Dank gilt auch einer ganzen Anzahl an Bürgern unseres Ortes, die sich bereit erklärt hatten, einen Beitrag beim Entstehen der neuen Grundschule zu leisten. Ich denke zum Beispiel an die Bereitschaft zur Grundreinigung, die deshalb leider nicht umgesetzt werden konnte, da es Probleme mit dem Nicht-Vorhandensein einer Unfallversicherung gab.

Für den Betrieb Autex wurden durch die Bautätigkeit an der einen oder anderen Stelle doch Probleme geschaffen, die den Verkauf und die Produktion manchmal in Bedrängnis brachten. Reibungslos kann es sicher nicht gehen, aber wichtig ist das Ergebnis: Unebenheiten wurden begradigt und man kann doch wohl einschätzen, dass die kollegiale Atmosphäre ohne nachhaltige Einschränkungen geblieben ist. Schon bald werden durch die endgültige Gestaltung des Außenbereiches mit dem neuen Zugang zu Autex die Schulen und das Unternehmen völlig getrennt und sich nicht ins Gehege kommen.

Zum Schluss sei mir noch eine Bitte an uns alle erlaubt. Möge diese kollegiale Art der Zusammenarbeit, geprägt durch das Verständnis für den Anderen, auch das weitere Tun für unseren Ort Auerbach bestimmen. Wir haben hier bei diesem Grundschulprojekt ein schönes Beispiel dafür geschaffen, dass dies der einzig richtige Weg dafür sein kann, unseren Heimatort stets ein klein wenig lebenswerter zu machen.

Für die Aufmerksamkeit möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

Anschrift:

Hauptstraße 87a
09392 Auerbach
Tel: 03721-880332
Fax: 03721-2635754
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Website:

www.gs-auerbach.de